Lebensqualität von hörbeeinträchtigten Seniorinnen und Senioren fördern
Ein Hörverlust verläuft meist schleichend, daher sind regelmäßige Hörüberprüfungen besonders wichtig. Foto: Blindeninstitutsstiftung
Pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren sind in besonderem Maße darauf angewiesen, dass eine vorhandene Hörbeeinträchtigung erkannt und im Pflegealltag berücksichtigt wird. Um Betroffene bestmöglich zu unterstützen, Lebensqualität zu erhalten und Teilhabe zu ermöglichen, haben die Ingolstädter Caritas-Tagespflegen St. Pius und Ringsee im April 2026 am Präventionsprogramm "Hören und Kommunikation in Pflegeeinrichtungen" teilgenommen.
Gutes Hören bedeutet Teilhabe
"Gutes Hören bedeutet Teilhabe und Lebensqualität. Mit solchen Präventionsangeboten stärken wir nicht nur unsere Gäste, sondern auch unser Team in der täglichen Arbeit", betont Nathalie Rost, Geschäftsführerin der Caritas-Sozialstation Ingolstadt.
Wie bemerkt man eine Hörbeeinträchtigung und welche Auswirkungen hat sie? Wie steht es um die Handhabung von Hörgeräten? Welche alternativen Kommunikationsstrategien gibt es? Für die Mitarbeitenden der Einrichtungen wurden vom Präventionsteam des Blindeninstituts Würzburg vor Ort Schulungen und Selbsterfahrungsübungen zu diesen Themen angeboten. Seniorinnen und Senioren hatten die Möglichkeit, an Hörscreenings und an einem Gruppenangebot teilzunehmen. Bei der Begehung zur hörgerechten Barrierefreiheit wurden Maßnahmen empfohlen, um Störgeräusche zu minimieren und die Raumakustik der Einrichtung zu verbessern.
Volkskrankheit Altersschwerhörigkeit
Hörbeeinträchtigungen im Alter sind weit verbreitet, in der Altersgruppe der über 80-Jährigen gilt mehr als jeder Zweite als hochgradig schwerhörig. Vermeintlich einfache Aktivitäten wie Telefonieren oder Fernsehen werden zu Herausforderungen. Es fällt schwer, Gesprächen zu folgen, insbesondere in lauten Umgebungen. Bleibt eine Hörminderung unversorgt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit zu stürzen sowie das Risiko, an einer Depression oder Demenz zu erkranken. Um dem entgegenzuwirken, werden gerade im hohen Alter regelmäßige Hörüberprüfungen empfohlen.
Kostenfreies Präventionsprogramm für ganz Bayern
Am Präventionsprogramm beteiligen sich die Pflegekasse bei der AOK Bayern, die Betriebskrankenkassen in Bayern, die IKK classic, die KNAPPSCHAFT sowie die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) als Landwirtschaftliche Pflegekasse im Rahmen der Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen nach § 5 SGB XI. Die Teilnahme für stationäre Pflegeeinrichtungen in Bayern ist kostenfrei.
